Orang-Utan-Dame Compost meistert ihre ersten Mama-Tage

Freude herrscht im unberührten Regenwaldgebiet Bukit Batikap, denn die Orang-Utan-Dame Compost brachte Anfang Dezember 2018 ihr erstes Baby zur Welt. Mutter und Tochter gewöhnen sich nun aneinander.

 

Doch die ersten Tage gestalteten sich alles andere als einfach. Nicht sicher war, ob Compost bereit sein würde, Muttergefühle zu entwickeln und für ihr Kleines zu sorgen.

 

Compost wurde im 2015 ausgewildert. Seit drei Jahren geniesst sie nun ihre Freiheit. Unser Post-Release-Monitoring-Team (PRM) entdeckte ihre Schwangerschaft im Juni.
Orang-Utan-Mami Compost mit Baby (Bild: BOS Stiftung)

Schwangerschaft – ein aufregendes Ereignis im Orang-Utan-Leben

Neben grosser Vorfreude stellten sich aber auch Zweifel ein: Würde Compost die Schwangerschaft unbeschadet überstehen nach all ihren gesundheitliche Problemen in den letzten Jahren?
«Unser PRM-Team, das hier tief im Wald von Bukit Batikap in Zentral-Kalimantan arbeitet, untersuchte regelmässig die werdende Mutter in der Wildnis. Im November gerieten wir in Panik, als wir Compost recht lethargisch sahen. Ihre Genitalien waren geschwollen und ihr Bauch schien kleiner geworden zu sein. Wir fürchteten das Schlimmste», so Andrea Knox vom PRM-Team des Totat-Jalu-Camps.

Der Gesundheitszustand von Compost verschlechterte sich. Im Dezember wurde sie bis zu dreimal pro Woche untersucht. Orang-Utans ruhen gewöhnlich während ihrer letzten Schwangerschaftstage in ihrem Nest. So auch Compost. Andrea sah sie überraschend aus ihrem Nest herausklettern. Und was sie dann entdeckte überwältigte sie. Vivi, einer Tierärztin neben ihr, kamen Freudentränen: An Composts Brust klammerte sich ihr winziges Baby – noch mit Nabelschnur. Die Geburt schien erst wenige Stunden her zu sein.

Als Mutter überwindet Compost ihre traumatischen Kindheitserlebnisse

Orang-Utan-Mami Compost kurz nach der Geburt ihres Mädchens (Bild: BOS Stiftung)

«Wir beobachteten, wie Compost sich putzte und wie sich ihr Kind an sie klammerte. Die instinktive Liebe für ihr Baby war überwältigend, vor allem, als sie ihre Tochter vor unseren neugierigen Blicken schützte. Doch das Kleine fing plötzlich zu weinen an und Compost wirkte hilflos. Anstatt die Kleine zu stillen, lief sie hin und her. Sie hatte keine Ahnung, wie sie sich als Mutter verhalten sollte», bemerkte Andrea. 

 

Als Compost selbst noch Baby war, wurde sie mutterlos in einer Palmölplantage gefunden und gefangen gehalten. Sie schien sich nicht mehr an ihre eigene Mutter zu erinnern und daran, wie sie damals für Compost sorgte. 

Erfolgreiche Auswilderung: Compost hat es geschafft!

Andrea und Vivi liessen die beiden am Abend allein. Sie hofften, dass das Baby instinktiv die Brust der Mutter finden und Compost ihr so die notwendige Liebe und Zuneigung geben würde. Am übernächsten Tag entdecken Andrea und Vivi, wie die Orang-Utan-Mami endlich ihr Baby auf ihren Bauch legte - direkt neben die geschwollenen Brüste.

Unser Post-Release-Team wird Compost weiterhin überwachen

Ihre traumatische Kindheit überlebte Compost nur dank der Rettung durch die BOS-Stiftung.

 

Von den engagierten BOS-Babysitterinnen lernte sie alles, was sie zum Überleben in der Wildnis benötigt. Als junge Erwachsene kehrte sie schliesslich in den Dschungel zurück. Hier blühte sie auf und brachte endlich neues Leben zur Welt, das sie nun mit viel Mutterliebe versorgt.

 

Herzlichen Glückwunsch Compost, die Welt jubelt für dich!

Freude herrscht in Bukit Batikap: Orang-Utan-Mami Compost (Bild: BOS Stiftung)

Es gibt noch viel zu tun – helfen Sie mit

Neugeborene sind für den Erhalt der Orang-Utans in der Wildnis von Borneo von grösster Bedeutung. Viele Orang-Utans brauchen dringend unsere Unterstützung. 

Sie helfen mit einer Patenschaft die langfristige Betreuung und Pflege von geretteten Orang-Utans zu finanzieren: 

  • ihre Versorgung mit Nahrung und Medikamenten,
  • ihre Vorbereitung auf ein Leben in Freiheit und
  • die Rettung von weiteren Orang-Utan-Jungtieren in Not.