Regenwald – Lebensgrundlage und Klimaregulator auch für uns

Familie Borneo

Ihre Existenz hängt vom Wald ab (Bild: BOS Stiftung)

Vor allem für die indigene Bevölkerung Borneos ist der Regenwald nicht nur Lebensgrundlage, sondern Teil ihrer Identität. Er bietet ihnen Nahrung (Jagd, Fischfang, Früchte), Rohstoffe (Holz, Rattan) und dient auch als Apotheke. Medizinmänner kennen die heilenden Kräfte der heimischen Blüten und Blätter und konnten mit ihnen über Jahrtausende hinweg diversen Krankheiten entgegenwirken. Auch die Orang-Utans nutzen Pflanzen u.a. um Magenbeschwerden oder Brandverletzungen zu behandeln. Viele Pflanzen der tropischen Regenwälder werden zudem längst auch in der westlichen Medizin eingesetzt und mindestens ein genauso grosser Teil wartet noch darauf, entdeckt und erforscht zu werden.

Unsere Lunge brennt

Doch nicht nur aus medizinischer Sicht ist der bornesische Regenwald auch für uns, die nicht in seiner unmittelbaren Nähe leben, von überlebenswichtiger Bedeutung: Bei der Photosynthese entnehmen die Bäume Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Tropische Regenwälder speichern hierbei im Durchschnitt deutlich mehr CO2, als Wälder in unseren Breiten. Knapp die Hälfte der weltweiten tropischen Torfmoorwälder befinden sich in Indonesien. Diese Wälder werden daher als Lunge unserer Welt bezeichnet, die unser Weltklima regelt, indem sie 42.000 Megatonnen CO2 bindet.

 

Doch diese Lunge ist in Gefahr. Alle zwei Sekunden wird auf der Welt eine Regenwaldfläche in der Grösse eines Fussballfeldes gerodet. Allein auf Borneo sind es jährlich circa 1.3 Mio. Hektare Regenwald, die vernichtet werden. Dies ist eine der weltweit höchsten Abholzungsraten. Durch die Brandrodung riesiger Flächen, um beispielweise Palmölplantagen anzulegen, werden zusätzlich grosse Mengen des schädlichen Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre freigesetzt. Diese Emissionen beschleunigen nachweislich die globale Klimaerwärmung.

 

Aktuell findet in Katowice (Polen) die 24. Weltklimakonferenz statt. Hochrangige Politikerinnen und Poltiker diskutieren während zwei Wochen darüber, wie unser Planet noch zu retten ist. Doch solange Indonesien brennt, helfen auch keine Dieselverbote und CO2-Abgaben. 

Grausame Schönheit

Wald- und Torfbrände 2015 auf Borneo (Bild: Bjorn Vaughn)

Die Zukunft hat begonnen

Aufforstung im Mawas-Gebiet (Bild: BOS Schweiz)

Der Abholzung des bornesischen Regenwaldes muss Einhalt geboten und Regenwaldgebiete gesetzlich unter Schutz gestellt werden. Nur so können wir die Klimaerwärmung stoppen und den Artenreichtum erhalten. Doch Konzessionen für Schutzgebiete zu erwerben ist nicht trivial. Der Prozess dauert Jahre und bringt immense Kosten mit sich. Die BOS Stiftung hält das Nutzungsrecht für ein Schutzgebiet in Ost-Kalimantan (Kehje Sewen), das sie für die Auswilderung rehabilitierter Orang-Utans nutzt. In Zentral-Kalimantan verwaltet BOS zudem seit 2013 ein 3774 km2 grosses, geschütztes Waldgebiet mit dem Namen Mawas. In der lokalen Sprache bedeutet das Orang-Utan, was auf eine der letzten wilden Orang-Utan Populationen (ca. 2500 Tiere) hindeutet, die dort beheimatet sind. Auch ihr Lebensraum ist stark bedroht durch Waldbrände und illegale Abholzung.

Regenwald langfristig schützen

Helfen Sie mit, den Regenwald zu schützen! Mit Ihrer Spende unterstützen Sie uns, weitere Konzessionen für Waldgebiete zu sichern, diese zu verwalten, im Sinne des Artenschutze zu nutzten und zu sichern.