Judi Denchs geheime Leidenschaft (2. Oktober 2018)

Judi Dench

Judi Dench (Bild: Sarah Dunn)

Am Mittwoch, 3. Oktober, wird Oskar-Preisträgerin Judi Dench über den grünen Teppich des Zürich Film Festivals (ZFF) schreiten – mit im Gepäck drei Orang-Utan-Patenschaften der Borneo Orangutan Survival (BOS) Schweiz. Sie setzt damit ein Zeichen für den Arten- und Umweltschutz.

 

Nebst der Schauspielerei hegt Judi Dench eine zweite kaum bekannte Leidenschaft: Bäume. In der BBC-Serie «My Passion for Trees» hat sie Anfang 2018 das Innenleben imposanter, knorriger Zeitzeugen erforscht, über ihre ganz persönliche Beziehung zu Bäumen gesprochen und deren Bedeutung für das Ökosystem vermittelt. Mit drei Orang-Utan-Patenschaften, die sie anlässlich ihres Besuchs am ZFF abgeschlossen hat, beweist Judi Dench, dass ihr Engagement für Bäume weit über diese TV-Serie hinaus reicht. Sie wird zur Botschafterin für die letzten und grössten Baumbewohner der Welt: die Orang-Utans. Die Farbe des ZFF Teppichs ist für Judi Dench Programm!

 

Starke Stimme für den Artenschutz

 

„Wer, wenn nicht wir, kann die Stimme erheben gegen die Zerstörung ihres Lebensraums und die Ausrottung dieser Art? Wann, wenn nicht jetzt, sollten wir aufstehen und dieser Ungerechtigkeit Einhalt gebieten?“ fragt sie und fügt hinzu: „Das sind wir unseren nächsten Verwandten – den Orang-Utans – aber auch unseren eigenen Kindern und Enkelkindern schuldig!“

 

Dr. Sophia Benz, Geschäftsführerin der BOS Schweiz, freut sich über die prominente Unterstützung. „Wir danken Judi Dench dafür, dass sie mit ihren Orang-Utan-Patenschaften unserem Anliegen Gehör verschafft. Wenn sie am Mittwochabend in Zürich über den grünen Teppich schreitet, tut sie das als Filmstar von Weltklasse. Judi Denchs Engagement für den Orang-Utan- und Regenwaldschutz ist nicht minder bemerkenswert“.

 

Filmreifes Schicksal

 

Die Schicksale ihrer Patentiere und haben Judi Dench zu tiefst berührt. Sie zu adoptieren ist eine kleine Wiedergutmachung für alles, was ihnen angetan wurde. Jelapat wurde als Baby in Menschenkleider gesteckt und in einem kleinen Hühnerstall gefangen gehalten. Kopral floh aus der illegalen Haustierhaltung und verbrannte sich lebensbedrohlich an einem Strommast. Bei seiner Ankunft in der BOS-Rettungsstation mussten beide Arme amputiert werden. Shelton ist mittlerweile blind. Als er zu BOS kam, steckten neun Schrotkugeln in seinem Körper, ein Auge war ausgestochen und der Sehnerv des anderen verletzt.

 

Heute leben die drei Tiere zusammen mit knapp 500 Artgenossen sicher in den BOS-Rettungsstationen in Borneo, Indonesien. Dort werden gerettete Tiere medizinisch versorgt und bis zu neun Jahre lang auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Seit 2012 konnte BOS 368 Orang-Utans wieder auswildern. Eines Tages wird zumindest Jelapat einer von ihnen sein.

Hinweis an die Redaktionen:

Weitere Auskünfte erteilt Dr. Sophia Benz, Geschäftsführerin BOS Schweiz,

Telefon: 077 463 11 76; E-Mail: sophia.benz@bos-schweiz.ch.

 

Nähere Angaben zu Judi Denchs Patentieren finden Sie hier unter der Rubrik Patenschaften

Über BOS Schweiz

Die Borneo Orangutan Survival (BOS) Schweiz und ihre Partnerorganisationen - allen voran die BOS Stiftung in Indonesien – setzen sich für den dauerhaften Schutz der letzten Orang-Utans und ihres Lebensraums in Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo ein. Verwaiste, verletzte und traumatisierte Orang-Utans werden in den beiden BOS-Rettungsstationen medizinisch versorgt, rehabilitiert und bis zu neun Jahre lang auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. In 25 Jahren rettete BOS rund 2300 Orang-Utans. Seit 2012 konnte 368 in geschützten Waldgebieten ausgewildert werden und mehr als 500 warten derzeit auf ihre Auswilderung. Dies ist das weltweit grösste Primatenschutzprogramm – mit Vorbildfunktion für viele andere Schutzprogramme. Vorhaben zur nachhaltigen Entwicklung der lokalen Bevölkerung stehen ebenfalls auf der Agenda, genauso wie Aufforstungsprojekte, sowie Bildungs- und Aufklärungsarbeit vor Ort und in der Schweiz. Weitere Informationen zu BOS Schweiz unter: www.bos-schweiz.ch

Orang-Utan Schutz – ein Paradox

Orang-Utans stehen weltweit unter Schutz – ihr Lebensraum in der Regel aber nicht. Wie viele vom Aussterben bedrohte Tierarten sind die Orang-Utans vom Regenwald abhängig. Ohne ihn können sie nicht existieren. Doch auch der Regenwald braucht die Orang-Utans. Bestimmte Pflanzen werden nur verbreitet, wenn ihre Samen den Orang-Utan-Darm passiert haben. Sterben die Orang-Utans aus, gehen mit ihnen ganze Ökosysteme zu Grunde. Im Rahmen der One-Tree-One-Life Kampagne, forstet BOS Schweiz deshalb jedes Jahr gemeinsam mit Schweizer Volontärinnen und Volontären zerstörte Regenwaldgebiete wieder auf.