Zu Besuch in der Waldschule

Waldschüler Uru geniesst eine Banane zum Znüni

© BOS Foundation | Andri Kornelius

Die aktuelle Situation verunmöglicht es den Schulkindern in der Schweiz, den Unterricht wie gewohnt in ihren Klassen zu besuchen. Als kleine Aufmunterung für alle, die den Schulalltag bereits vermissen: Habt ihr gewusst, dass auch die geretteten Jungtiere in den Rettungssationen der BOS Foundation Schulklassen besuchen? Die Orang-Utan-Waldschüler*innen Uru und Rachel konnten gerade erst in die 4. Klasse wechseln.

Genau wie menschliche Schulkinder müssen auch Orang-Utan-Waldschüler*innen bestimmte Phasen ihrer Ausbildung durchlaufen. Dort lernen sie alle nötigen Kenntnisse für ein selbständiges Leben im Regenwald. Die ersten Schritte nach der Ankunft eines verwaisten Orang-Utan-Babys in den Rettungsstationen der BOS Foundation (BOSF) sind ein gründlicher Medizin- und Gesundheitscheck, gefolgt von einer Quarantäne. Anschliessend startet auch bereits der Rehabilitationsprozess im BOSF-Kindergarten und der Waldschule.

Immer mehr Unabhängigkeit

Uru und Rachel leben in der Rettungsstation Nyaru Menteng. Sie haben sich erstaunlich schnell an ihre neue Umgebung und ihr Leben als Viertklässler*innen gewöhnt. In der neuen Klasse werden sie mit altersgleichen Orang-Utan-Teenagern wie Malinka und Napri weitere wichtige Fähigkeiten erlernen. Die BOSF-Babysitterinnen bemerkten bei den beiden Neuankömmlingen eine deutlichere Selbständigkeit. Dies ist bei Orang-Utans ab einem Alter von circa 4 bis 5 Jahren normal. In der Wildnis beginnen sie in dieser Zeit, etwas unabhängiger von ihren Müttern zu werden und die Baumkronen auch einmal alleine zu erkunden. 

In der BOSF-Rettungsstation Samboja Lestari haben sich ebenfalls vier Orang-Utans für eine höhere Klassenstufe qualifiziert: Catherine, Dennis, Ecky, und Frank sind die neusten Mitglieder der Waldschulgruppe 1. 

Ein bisschen Nervosität gehört dazu

Ähnlich wie in der Schweiz beginnt auch die BOSF-Waldschule in der Regel um 8 Uhr morgens, nachdem alle Orang-Utans ihr Frühstück und ihre Milch verzehrt haben. Und wie dies auch bei menschlichen Schulkindern an ihrem ersten Schultag der Fall ist, waren die vier Neuankömmlinge der Waldschule 1 etwas nervös. So kletterte Dennis schnell auf den Arm seiner Babysitterin, gefolgt von Ecky, der die neue Situation auch etwas suspekt vorkam. 

Trotz der anfänglichen Nervosität haben sich alle vier Orang-Utans sehr gut in die neue Klasse integriert – und es haben sich auch schon erste Freundschaften gebildet! Frank und Serge beispielsweise erkunden ihre Umwelt jetzt meist im Doppelpack. 

Wir hoffen, dass Uru, Rachel, Catherine, Dennis, Ecky und Frank in ihren neuen Klassen alle notwendigen Orang-Utan-Fähigkeiten erlernen und durch die Beobachtung ihrer Altersgenossen natürliche Verhaltensweisen entwickeln, sodass sie eines Tages in die Wildnis entlassen werden können.

                                             

So ein Schultag macht hungrig! Am liebsten essen die Waldschüler*innen weiche Früchte wie Bananen, Ananas und Maracuja. Für eine ausgewogene Ernährung sind zudem Blätter, Zweige und Insekten wichtig.

                             

Waldschüler Uru klettert einen Baum hinauf.

Waldschüler Uru klettert einen Baum hinauf

© BOS Schweiz | Andri Kornelius

Orang-Utan Rachel erkundet den Wald

Orang-Utan Rachel erkundet den Wald.

© BOS Foundation | Andri Kornelius

Für die Waldschulgruppe gibt es viel Spannendes zu entdecken.

Für die Waldschulgruppe gibt es viel Spannendes zu entdecken

© BOS Foundation | Andri Kornelius