Feuer bedroht Tuanan Research Station – 2550 wilde Orang-Utans in Gefahr

Feuer nur 100 Meter entfernt – 2550 Orang-Utan-Leben in Gefahr

© Tuanan Orangutan Research Project (TORP)

Noch immer brennt es nahe der Tuanan Research Station! Vor 3 Tagen wurde uns ausserdem ein neuer, zweiter Brandherd in Sei Mantangai gemeldet. Auch dort sind BOS-Aufforstungsaktivitäten unmittelbar bedroht!

 

Wir bündeln alle Kräfte und leisten über das BOS Mawas-Programm Nothilfe für das Löschteam der Tuanan Research Station. Sind Sie dabei? Jede Spende zählt!  

 

Helfen Sie z.B. mit 50 Franken

 

Bedeutende Forschungsarbeit im Mawas-Schutzgebiet

 

Durch den dichten Qualm sieht man kaum noch den Holzsteg, welchen die Forscher- und Forscherinnen der Tuanan Research Station liebevoll ihre «Autobahn in den Dschungel». Sie nutzen den Steg tagtäglich, um schnell in den dichten Torfmoor-Wald vorzudringen. Von dort aus starten sie dann ihre Nest-zu-Nest-Beobachtungen entlang eines gut etablierten Grid-Systems, das der räumlichen Orientierung dient.

Bereits vor 17 Jahren wurde die Tuanan-Forschungsstation im Mawas Schutzgebiet in Zentral-Kalimantan errichtet und steht bis heute auf BOS-verwaltetem Gebiet. Im Laufe der Jahre wurden hier über 60‘000 Stunden Datenmaterial von knapp 70 wilden Orang-Utans gesammelt.

 

Tuanan hat sich längst etabliert als eine der wichtigsten Orang-Utan-Forschungseinrichtungen in einer Gegend, deren Orang-Utan-Vorkommen zu den höchsten der Welt gehört. Insgesamt wird die dort beheimatete Population auf knapp 2550 Tiere geschätzt, d.h. bis zu 4.5. Orang-Utans pro Quadratkilometer.

Feuer nur 100 Meter entfernt – 2550 Orang-Utan-Leben in Gefahr

© Tuanan Orangutan Research Project (TORP)

  

Das Team von Erin Vogel kämpft Tag und Nacht gegen die Brände

Feuer nur 100 Meter entfernt – 2550 Orang-Utan-Leben in Gefahr

© Tuanan Orangutan Research Project (TORP)

Jahrelang oblag die Leitung der Station Prof. Dr. Carel van Schaik von der Universität Zürich. Gemeinsam mit den Universitäten Jakarta und Rutgers erforschten der international bekannte Primatologe, seine Frau Maria van Noordwijk und ihr Team das Verhalten der letzten Borneo-Orang-Utans in dieser Gegend.

 

Das erworbene Wissen hilft uns, u.a. die sozialen Gefüge, das Schlaf-, Fress- und Paarungsverhalten unsere nächsten Verwandten besser nachzuvollziehen sowie den Wert ihres Lebensraumes zu verstehen.  

 

Bereits 2015 standen grosse Flächen in der unmittelbaren Nähe der Forschungsstation in Flammen. Als die aktuelle Leiterin der Station, Erin Vogel, Anthropologie-Professorin an der Rutgers University, mitten in der Nacht in den USA von ihren Doktoranden aus Borneo kontaktiert und über die Feuer unterrichtet wurden, machte sich bei ihr verständlicherweise Panik breit.

Tuanan-Brandschutzteam wird verstärkt

Ihr Team kämpft seitdem Tag und Nacht gegen die Brände. Nur dank zusätzlicher lokaler Kräfte konnten die Flammen mittlerweile einigermassen unter Kontrolle gebracht werden. 

Die Torfschichten im Tuanan-Gebiet sind jedoch ein bis zwei Meter tief. Unterirdisch schwelt der Torf nach wie vor weiter. Die kleineren Bachläufe im Wald und die Schneissen, die präventiv geschlagen wurden, sind total ausgetrocknet. 

BOS Mawas wird in den kommenden Woche weiterhin das kleine Brandschutzteam der Tuanan Research Station verstärken und unterstützten müssen. Hierfür und um die bereits angefallenen Kosten zu decken werden dringend zusätzliche Mittel benötigt: 720 Franken kostet der Bau von drei weiteren Hydranten. 15 Feuerwehrmänner 15 Tage lang zweimal am Tag zu verpflegen kostet knapp 1640 Franken und ihnen für ihre gefährliche Arbeit den ortsüblichen Lohn auszuzahlen kostet 2340 Franken.

 

Bitte helfen Sie mit!

2550 Orang-Utan-Leben in Gefahr

© Tuanan Orangutan Research Project (TORP)

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