Neues Tuanan-Projekt wird zerstörte Torfmoorböden renaturieren

Zerstörte Torfmoorböden wieder aufforsten

© BOS Foundation/BOS Mawas

Nicht nur die aktuellen Wald- und Torfbrände rund um das Dorf Tuanan und die gleichnamige Orang-Utan-Forschungsstation im Mawas-Gebiet, Zentral-Kalimantan sind besorgniserregend. Der legalen Abholzung im grossen Stil während der 1990ger Jahre folgte hier der illegale Holzeinschlag. Auch die Wilderei bedroht die letzten wilden roten Menschenaffen in dieser Region.

BOS Schweiz startete deshalb vor wenigen Wochen ein zweijähriges, stiftungsfinanziertes Projekt im und um das Dorf und die Tuanan Research Station.  

Gemeinsam mit der BOS Foundation, BOS Mawas und Forscherinnen der Universität Zürich planten und entwickeln wir ein ganzes Bündel an Massnahmen, die sinnvoll ineinander greifen und das Überleben der knapp 2550 wilden Orang-Utans in dieser Region sichern sollen, ohne die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung aussen vor zu lassen.

 

Hierzu gehört die Aufforstung von einem zunächst 50 Hektare grossen Gebiet im Norden der Forschungsstation, das 2015 vollständig abbrannte. Nach oben ist jedoch gewaltig Luft: Sollten wir es schaffen, weitere Mittel einzutreiben, könnten hier insgesamt knapp 200 Hektare abgebrannter Torfmoor-Wald wieder aufgeforstet werden! Wer sich also in diesem Bereich einbringen und auf diesem Wege nicht nur dem Artenschutz etwas Gutes tun, sondern auch CO2 einsparen und den Klimawandel bekämpfen möchte, ist hiermit herzlich aufgefordert, dieses neue Aufforstungsprojekt zu unterstützten!  

 

Helfen und spenden Sie z.B. 50 Setzlinge für 50 Franken


Mit Kanal-Verschliessung gegen illegale Abholzung

 

Lokale Gemeinschaften sammeln bereits fleissig die Samen endemischer Bäume, ziehen die Setzlinge in einer eigenen Baumschule, und werden sie auch pflanzen und pflegen.

 

Damit zerstörte Torfmoorböden aufgeforstet werden können, müssen zusätzlich ehemalige Entwässerungskanäle geschlossen und so der natürliche Brandschutz der Böden wieder hergestellt werden.

 

Im Laufe der kommenden Monate sollen im Rahmen des Projektes 15 Kanäle verschlossen werden. Erste Verhandlungen mit den Kanalbesitzern laufen bereits. 

Da die Kanäle u.a. genutzt werden, um im Schutzgebiet illegal geschlagenes Holz auf dem Wasserwege abzutransportieren, bekämpfen wir mit einer Verschliessung der Kanäle ebenso die illegale Abholzung. 

 

Helfen und spenden Sie z.B. mit 100 Franken

 

Rund um Tunanan im Mawas Gebiet

© BOS Schweiz

Schaffung legaler und nachhaltiger Einkommensquellen

Projektbesuch von Moritz Wyss im Juli 2019

© BOS Schweiz

 

Durch Aufklärungsarbeit und die Schaffung von legalen, umweltverträglichen und nachhaltigen Alternativeinkommen versuchen wir, die illegalen Einkommensquellen zu verdrängen. Ein Kompensations-Fonds zahlt Mikrokredite für den Aufbau neuer und legaler Erwerbsquellen aus, die im Einklang mit der Natur und dem Artenschutz ökonomische Sicherheit bieten. 

Wir unterstützen ausserdem die Dorfgemeinschaft dabei, Landverhältnisse zu klären und auf dieser Basis Unterstützung von Seiten der Regierung für Entwicklungsvorhaben zu beantragen. 

Last but not least finanziert das neue Projekt Brandschutz-Massnahmen (u.a. die Ausrüstung und Ausbildung von Feuerwehrleuten), die jetzt und in der Zukunft das Gebiet um Tuanan vor Wald- und Torfbränden schützten sollen.

Wie dringend notwendig dies ist, sieht man an der aktuellen Situation mehr als deutlich.